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08. März 2020 4 min Lesezeit

Berlin Kreuzberg: Ein „Chaos-Stadtteil“ im Herzen Berlins

Bis heute haftet dem südlich von Berlin-Mitte gelegenen Stadtteil Kreuzberg der Ruf eines Chaos-Stadtteils an. Der Grund dafür: Gerade hier kam es in den Jahren vor dem Fall der Berliner Mauer regelmäßig zu Hausbesetzungen und regelmäßigen Straßenschlachten. Doch seit Jahren ist der Stadtteil im Wandel begriffen und wird von der Heimat der alternativen Szene zunehmend zu einem Ort für Kreative. Nicht minder faszinierend ist Kreuzberg für Gäste in Berlin. Schließlich befinden sich hier zahlreiche Berliner Sehenswürdigkeiten, die auf der ganzen Welt bekannt sind. 

 

Und auch in das urbane Leben bekommen die Besucher hier einen sehr guten Einblick. Denn Kreuzberg zählt ebenso wie der Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Gesundbrunnen und Neukölln zu jenen Teilen von Berlin, die am dichtesten besiedelt sind. Denn auch in Kreuzberg wurde das gründerzeitliche Bauprinzip umgesetzt, wonach die Fläche eines Grundstücks bestmöglich ausgenutzt werden sollte. Deshalb entstanden hier Mietskasernen, bestehend aus einem Vorderhaus, Hinterhäusern und Seitenflügeln, welche Wohnraum für 150 Parteien boten. 

 

Die Geschichte von Berlin-Kreuzberg  

Während des Mittelalters lag der heutige Stadtteil Kreuzberg außerhalb der Stadtmauern von Berlin-Cölln. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde das Stadtgebiet erweitert und auf dem Gebiet des heutigen Kreuzberg entstanden die ersten neuen Wohnviertel. Als die Bevölkerung Berlins im Lauf des 19. Jahrhunderts weiter anwuchs, wurde das Stadtgebiet Zug um Zug erweitert. Zahlreiche Straßen und Plätze in den so entstandenen neuen Vierteln wurden nach Militärführern und Schlachten aus der Zeit der Napoleonischen Kriege benannt. Einen städtebaulichen Bezugspunkt dazu stellte das Nationaldenkmal dar, welches 1821 auf dem Kreuzberg eingeweiht wurde. 

 

Der Bezirk Kreuzberg entsteht  

1920 wurden große Teile der Luisenstadt, die obere Friedrichsvorstadt, die südliche Friedrichstadt und die Tempelhofer Vorstadt zum Bezirk Kreuzberg vereinigt. Benannt wurde dieser neue Bezirk nach dem Kreuzberg, der sich heute im Viktoriapark befindet, nachdem er zunächst als Hallesches Tor bezeichnet wurde.  

 

Während des Zweiten Weltkrieges war Berlin-Kreuzberg einer der wichtigsten Kriegsschauplätze während des Einmarsches der Roten Armee in Berlin. Es sollte zwei Tage dauern, bis die sowjetischen Truppen den Stadtteil Kreuzberg völlig kontrollierten. Größere Kriegsschäden wurden lediglich in der Luisenstadt und in der Tempelhofer Vorstadt nicht verzeichnet. 

 

Kreuzberg nach dem Krieg  

Obwohl zunächst die Sowjets die Kontrolle über Kreuzberg hatten, teilten die Siegermächte ihn im Juli 1945 dem US-amerikanischen Sektor zu. Und in Berlin-Kreuzberg befand sich mit dem Checkpoint Charlie auch der wichtigste Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin. 

 

Erste Unruhen hatte es in Berlin-Kreuzberg schon 1968 gegeben: Nachdem auf den Studentenführer Rudi Dutschke im April 1968 ein Attentat verübt worden war, versuchten hier Studenten zu verhindern, dass die Zeitungen aus dem Axel-Springer-Verlag ausgeliefert wurden. Dass Kreuzberg in den folgenden Jahren überregional bekannt wurde, ist dem Postbezirk 36 zu verdanken, der von der Berliner Mauer auf drei Seiten umschlossen wird. Hier fand die Alternativbewegung in den 1970er und 1980er Jahren eine Heimat und Hausbesetzungen sorgten regelmäßig für bundesweite Schlagzeilen. So zählte man in Berlin 1981 insgesamt 165 besetzte Häuser, 86 davon in Kreuzberg. Erst 1987 gelang es, 60 besetzte Häuser zu legalisieren und zu sanieren. Doch auch nach den Sanierungen und diversen Maßnahmen zur Stadterneuerung blieben in Kreuzberg die typischen Kiezstrukturen erhalten. Vor allem jugendliche Besucher zieht es deshalb nach wie vor aus allen Winkeln der Welt nach Berlin-Kreuzberg. 

 

Geprägt wurde das Bild von Kreuzberg ab 1987 durch die Straßenschlachten, welche sich die Teilnehmer der Mai-Kundgebungen mit der Polizei lieferten. Die Krawalle konzentrierten sich dabei überwiegend rund um den Oranienplatz und das Kottbusser Tor. Bei einer dieser Straßenschlachten wurde unter anderem ein Lebensmittelmarkt an der Skalitzer Straße völlig zerstört. An seiner Stelle steht seit 2004 ein islamisches Gemeindezentrum samt Moschee.  

 

Sehenswürdigkeiten in Berlin  

Zwar ist das Angebot zum Feiern riesig, doch auch kulturell und historisch interessierte Besucher kommen in Kreuzberg voll und ganz auf ihre Kosten. Das sind die berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Kreuzberg, welche Berlin-Besucher keinesfalls versäumen sollten: 

 

Der Checkpoint Charlie  


Dieser an der Friedrichstraße gelegene Kontrollpunkt an der Grenze zwischen Ost- und Westberlin zählt zu den absoluten Hotspots der Weltpolitik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch wenn die originalen Bauten aus der Zeit des Kalte
n Krieges nicht mehr an Ort und Stelle sind, zählt der Checkpoint Charlie nach wie vor zu den meistbesuchten Attraktionen in der Bundeshauptstadt. Während des Kalten Krieges durften diesen Grenzübergang lediglich Ausländer, Regierungsmitarbeiter und DDR-Funktionäre benutzen. International bekannt wurde Checkpoint Charlie im Oktober 1961, nachdem die Berliner Mauer gebaut worden war: Ende Oktober standen sich hier US-amerikanische und sowjetische Panzer mit scharfer Munition gegenüber und die Welt schlitterte nur haarscharf an einem dritten Weltkrieg vorbei. Auch spektakuläre Fluchten aus der DDR hatten sich hier ereignet. Nach der deutsch-deutschen Vereinigung wurden die Mauer abgerissen und touristische Einrichtungen wie das Mauermuseum errichtet. 

 

Das jüdische Museum 

Bekannt ist das jüdische Museum, welches eine große Ausstellung über das Judentum in Europa präsentiert, in einem architektonisch eindrucksvollen Gebäude, welches von Daniel Libeskind gestaltet wurde. Denn der zickzackförmige Grundriss erinnert an einen zerrissenen Davidstern. Neben der Dauerausstellung bietet das Jüdische Museum regelmäßig Sonderausstellungen an, die verschiedene Epochen des jüdischen Lebens zum Thema haben. 

 

Die Oberbaumbrücke 

Die Oberbaumbrücke stellt die Verbindung zwischen den Stadtteilen Kreuzberg und Friedrichshain dar und gilt als die schönste Brücke in ganz Berlin. Otto Stahn hatte die 1896 errichtete Brücke so gestaltet, dass ihr Äußeres den Burgen in der Mark Brandenburg gleicht. An beidseitigen Ufern schlägt das Herz der Berliner Popkultur mit zahlreichen Clubs und Discos.  

 

Der Viktoriapark  

 

Im Viktoriapark befindet sich der Kreuzberg, die höchste Erhebung innerhalb der Grenzen Berlins. Noch heute gilt der Park als äußerst beliebtes Naherholungsziel, nachdem er nahezu ein Jahrhundert lang die einzige Grünfläche in Kreuzberg war. Die Pläne, einen Park in Kreuzberg anzulegen, reichen bis ins Jahr 1888 zurück, als Kaiser Friedrich III. das Reich 99 Tage lang regierte. Benannt wurde der Park nach dessen Gemahlin Viktoria, einer Tochter der englischen Königin Victoria. Der Park mit seinem Wasserfall, der in eine felsige Bergkulisse eingebettet ist, hat einen zutiefst romantischen Charakter.  

 

Die Bergmannstraße  

 

Bei der Bergmannstraße handelt es sich um eine multikulturelle Flaniermeile, die sich ihren Charme aus der Gründerzeit bis in die Gegenwart bewahrt hat. Berliner und Gäste der Stadt lieben diese Straße, weil sich hier zahlreiche internationale Shops, aber auch Restaurants und Cafés angesiedelt haben. Die Bergmannstraße gilt nicht nur als berühmteste Straße in Berlin, sondern bildet auch den Mittelpunkt des Bergmann-Kiezes. Ein Bummel über diese Straße lohnt sich nicht nur wegen der originalgetreuen Gründerzeit-Fassaden der Gebäude, sondern auch, weil sich hier eine historische Markthalle sowie die Kirchhöfe Bergmannstraße befinden. Hierbei handelt es sich um vier Friedhöfe, die nebeneinander liegen und zu den ältesten Gottesäckern in Berlin zählen.